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Bezirksjugendorchester des Bezirkes 16 Donau-Ries begeistert in Wallerstein

Wallerstein – Am 25. Oktober 2025 erfüllte das Bezirksjugendorchester des Bezirkes 16 Donau-Ries des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes die Mehrzweckhalle in Wallerstein mit beeindruckender Musik. Unter der hervorragenden Leitung von Dirigent Andreas Nagel (Stadtkapelle Rain) präsentierten 85 junge Musikerinnen und Musiker ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm. Vor rund 450 Zuschauern, zu denen unteranderen bedeutende Vertreter der regionalen Politik und Wirtschaft gehörten, zeigten die Talente, was sie in kurzer Zeit auf die Beine gestellt hatten – das Ergebnis war ein musikalisches Feuerwerk, das sowohl Technik als auch Emotionen überzeugend vereinte.

Ein Orchester für den ganzen Bezirk

Das Bezirksjugendorchester ist ein bedeutendes kulturelles Projekt für den gesamten Landkreis. Es vereint junge Musiker im Alter von 14 bis 27 Jahren aus vielen verschiedenen Musikvereinen und Kapellen der Region. Dieses Jahr waren 85 junge Talente aus 18 Musikvereinen und Kapellen des Musikbezirkes mit dabei, was die hohe Bedeutung und den starken Zusammenhalt der Musikgemeinschaft im Bezirk unterstreicht. Die Probenphase war mit nur sieben Terminen und insgesamt rund 20 Stunden reiner Probenzeit relativ kurz – doch das Orchester zeigte eindrucksvoll, wie viel Potenzial in der Region steckt.

Dieses Orchester ist ein echtes Aushängeschild für den Musikbezirk und ist mehr als nur Hobby, es trägt einen großen Teil zur pädagogischen und kulturellen Entwicklungsarbeit im Landkreis bei: Dieser O-Ton wurde auch von Bezirksvorsitzenden Joachim Braun in seiner kurzen Ansprache vertreten. Es ist eine Plattform, auf der sich junge Musiker weiterentwickeln und in kurzer Zeit auf hohem Niveau zusammenarbeiten können. Das ist in Zeiten, in denen die ehrenamtliche Kulturarbeit immer mehr verlangt, eine bemerkenswerte Leistung.

Die Organisation dieses Projekts lag in den Händen von Fabian Grimm, dem Bezirksjugendleiter, der die Herausforderung mit viel Engagement und Hingabe meisterte. Dank seiner ausgezeichneten Planung und Koordination konnte das Konzert in dieser Qualität realisiert werden.

Das Konzertprogramm – Vielfalt und Präzision

Andreas Nagel bot dem Publikum mit seinem Programm eine bunte Mischung aus traditioneller Blasmusik, Musicalmelodien und dramatischen Klängen, die das Orchester mit Bravour meisterte. Den Auftakt machte der Marsch „Lysion“ von Sebastian Schraml, der das Publikum sofort mit seiner Dynamik und seinen kraftvollen Rhythmen fesselte. Es war ein gelungener Einstieg, der die musikalische Vielfalt und den hohen Anspruch des Abends ankündigte.

Danach führte das Orchester mit „Tirol 1809“ von Sepp Tanzer in eine dramatische Klangwelt, die die Freiheitskämpfe der Tiroler in den Jahren 1809 thematisierte. Mit packenden Rhythmen und heroischen Melodien fesselten die Musiker die Zuhörer und zeigten ihr Können in der Interpretation historischer Musik.

Das Stück „Ahab!“ von Stephen Leonard Melillo war mit Sicherheit der musikalische Höhepunkt des Abends und nahm das Publikum mit auf eine spannende Reise in die Welt des berühmten Kapitäns Ahab, dessen Jagd nach dem weißen Wal Mobby Dick zu seinem Untergang führte. Schauspieler Schorsch Thaller begleitete das Werk mit einer eindrucksvollen Lesung, die den dramatischen Charakter der Musik noch verstärkte. Das Orchester begleitete die Erzählung mit intensiven, emotionalen Klängen, die den Zuhörern das Gefühl gaben, mitten im Sturm der Geschichte zu stehen.

Nach der Pause ging es weiter mit einem wahren Klassiker der Musicalgeschichte: „Evita“ von Andrew Lloyd Webber, arrangiert von Marcel Peeters. Das Orchester bewies hier nicht nur musikalische Präzision, sondern auch eine hohe Ausdruckskraft, um die dramatischen Momente aus dem Leben von Eva Perón lebendig werden zu lassen. Die Melodien aus dem Musical, von „Don’t Cry for Me Argentina“ bis „Oh, What a Circus“, wurden von den Musikern mit großer Hingabe und viel Gefühl vorgetragen.

Zum Abschluss der ersten Hälfte zeigte das Orchester mit „The Crazy Charleston Era“ von Stefan Schwalgin, wie vielseitig es ist. Dieses beschwingte Stück, das die Lebensfreude und den Schwung der 1920er-Jahre einfing, sorgte für ein fröhliches Finale der ersten Programmhälfte.

Ein gelungener Abschluss und eine großartige Zugabe

Mit „80er (Kult)tour“ von Thiemo Krass lieferte das Orchester zum Abschluss eine lebendige und humorvolle Zugabe, die bei den Zuschauern viel Beifall erntete. Die musikalische Hommage an die 1980er Jahre rief nostalgische Erinnerungen wach und brachte die Stimmung auf den Höhepunkt.

Die Veranstaltung wurde von Jadasch Julius charmant moderiert, der mit seiner lockeren Art das Publikum durch den Abend führte. Der Dank galt am Ende allen Beteiligten – den Musikern, dem Dirigenten Andreas Nagel, dem Bezirksjugendleiter Fabian Grimm und allen Helfern, die das Konzert ermöglichten.

Bedeutung für den Bezirk und die Region

Dieses Konzert war nicht nur ein Höhepunkt des Jahres für das Bezirksjugendorchester, sondern auch ein Zeichen für die starke Musiktradition und die hervorragende musikalische Arbeit, die im Landkreis Donau-Ries geleistet wird. Es zeigte, dass im Landkreis auf einem sehr hohen Niveau musiziert wird und dass Musikvereine nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens sind.

Mit einem solchen Konzert wurde einmal mehr deutlich, wie viel Engagement und Leidenschaft in den Musikvereinen des Bezirks stecken und welch hervorragenden musikalische Ausbildung dort geboten wird. Das Bezirksjugendorchester ist ein wertvolles Projekt, das jungen Musikerinnen und Musikern nicht nur die Chance gibt, ihre Fähigkeiten zu erweitern, sondern auch die kulturelle Identität des Landkreises stärkt. Es ist zu wünschen, dass auch in Zukunft viele junge Talente die Gelegenheit bekommen, sich im Rahmen dieses Orchesters weiterzuentwickeln.